Atlantischer Stör
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Der Sterlet (Acipenser ruthenus) ist eine kleine Störart, die 35–60 cm (max. 100 cm) groß wird. Er gehört zur Familie der Echten Störe (Acipenseridae). Der Sterlet besitzt einen schlanken Körper mit einem unterständigen, leicht nach oben gebogenem Maul. An der Schnauze befinden sich vier gefranste, gleichlange Barteln, die bis zum vorderen Mundrand reichen. Er besitzt 11–17 elfenbeinfarbige Rückenschilder mit scharfen Kamm und Harken sowie 60–70 Seitenschilder.
Vorkommen
Flüsse im Einzugsgebiet des Kaspischen, Schwarzen, Asowschen, und Nordpolarmeeres sowie Flüsse und Seen Nordrusslands und einige Zuflüsse der Ostsee. In der Donau dringt er bis Linz vor.
Lebensweise
Fließgewässer liebender (Rheophiler) Bodenbewohner, der auch gelegentlich im Brackwasser vorkommt. Die laichreifen Sterlets ziehen im Frühjahr die Flüsse hinauf, wo sie im Kies laichen. Die Brut wird nachdem sie nach 4–5 Tagen geschlüpft ist von der Strömung fortgetragen. Der Sterlet ernährt sich vorwiegend von Wirbellosen wie Würmer, Schnecken, Insektenlarven, Kleinkrebsen aber auch kleinen Fischen.
Gefährdung
Der Sterlet steht auf der Roten Liste in der Kategorie 0 und 1 „vom Aussterben bedroht“ und ist durch das Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen geschützt. Der Sterlet wird heute oft in Aquakultur gehalten und gezüchtet. Der Laich wird in Russland zu Kaviar verarbeitet.
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Atlantischer Stör
Der Atlantische Stör (Acipenser oxyrinchus oxyrinchus) ist ein Knochenfisch aus der Gattung der Störe (Acipenser).
Diese Störart kam ursprünglich aus Übersee und war an der Atlantischen Küste Nordamerikas heimisch. Mit dem Golfstrom verbreitete sich der Stör vor etwa 1200 bis 800 Jahren auch in Europa. Die kleine Eiszeit im 16. bis 19. Jahrhundert begünstigte die Verbreitung des Atlantischen Stör´s und verdrängte nach und nach den Baltischen Stör, der etwas wärmere Gewässer bevorzugt.
Heimisch wurde der Atlantische Stör in Nord- und Ostsee sowie an der Atlantikküste Europas wo er Flüsse wie Elbe, Oder, Weichsel oder auch den Rhein hinaufschwamm um dort zu laichen. Die wachsende Umweltzerstörung, Flussbegradigung, Schiffahrt und Überfischung rotteten den Stör in Deutschland überall aus.
Ursprünglich hielt man den Atlantischen Stör in Europa für einen Europäischen Stör bis jedoch genetische Untersuchungen die Zugehörigkeit aller in Museen verwahrten Störe zur Art des Atlantischen Störs bewiesen.
1993 wurde in Deutschland der letzte Stör mehr oder weniger zufällig von einem Fischer gefangen und illegal verkauft. Schließlich landete er in der Kantine des Bundesinnenministeriums, wo er verzehrt wurde.
Der Atlantische Stör benötigt ungefähr 13-18 °C warmes Wasser und fand daher in den mit dem Atlantik verbundenen Gewässern Europas gute Lebensbedingungen.
Er wird circa 1 bis 4 Meter lang und kann bis zu 400 kg wiegen, allerdings muss er dann auch ein entsprechendes Alter aufweisen, sodass derart große Exemplare weltweit nur noch selten zu finden sind. Die Farbe reicht von bräunlich-grün bis blau-schwarz. Die Seiten sind heller gefärbt. Der Atlantische und der Europäische Stör sehen sich ausgesprochen ähnlich und sind wohl nur von Experten unterscheidbar. Die Nahrung wird durch Gründeln im Flußboden aufgenommen. Sie besteht hauptsächlich aus Ringelwürmern (Annelida) (Aphrodita, Tubifex, Nephthys, Stylaroides), Weichtieren, Krebsen (Garnelen, Strandkrabben, Flohkrebsen) sowie Mückenlarven und kleinen Fischen.
Wiederansiedlungsprogramme
Wiederansiedlungsprogramme waren ursprünglich für Nord- und Ostsee geplant. Im letzten Jahr wurden dazu 20 geschlechtsreife Störe vom kanadischen St. Andrews importiert. Sie sollten den Stör in der Ostsee wieder ansiedeln helfen. Mit der Aussetzung im unteren Odertal soll 2006 begonnen werden. Geleitet wird das Programm vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin. Eine erfolgreiche Wiederansiedlung würde den Stör langfristig auch wieder für eine begrenzte Fischerei interessant machen. Allerdings dürften noch Jahrzehnte vergehen, bevor man hier ernsthaft daran denken kann. Immerhin, die FDP machte sich schon Gedanken um eine künftige Aquakultur und beschäftigte damit den Bundestag.
Nessie und der Stör
Eine kleine Kuriosität am Rande sei hier noch erwähnt. Der schottische Naturforscher Adrian Shine, Koordinator des wissenschaftlichen Loch Ness and Morar Project und Designer einer multimedialen Nessie-Ausstellung in Drumnadrochit, wies 1993 in der Zeitschrift Scottish Naturalist darauf hin, dass die Sichtungen von Nessie teilweise auf Störe zurückgeführt werden könnten. Solche mehr als drei Meter langen und durch ihre Kielschuppen auf dem Rücken etwas an den Schuppenkamm einiger Reptilien erinnernden Fische dringen in britische Flüsse ein, um dort zu laichen. Wenn überhaupt, käme auch hier nur ein Atlantischer Stör in Frage; allerdings beantwortet das nicht die Frage, ob Nessie überhaupt existiert.
Stör-Fälle
In den letzten Jahren wurden exotische Störarten und bastardisierte Störe für Teichzuchten verkauft. Würden diese Störe ausgesetzt, würde die Kreuzung mit den wenigen Nachzuchten die Wiederansiedlung gefährden. Für Angler gilt: fangen sie einen Stör, so melden Sie sich bitte bei der Gesellschaft zur Rettung des Störs e.V., die ein Fangprotokoll online bereit hält und Ihnen mit Rat und Tat weiter helfen wird. Für den Fang werden die Angler nach Lebendgewicht entschädigt. Der Stör steht unter Naturschutz, daher ist sämtlicher Handel von in Deutschland gefangenen Stören illegal.
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