Vom Aussterben bedroht
Lateinischer Name: Alburnoides bipunctatus [BLOCH]
Weitere Namen: Alandblecke, Breitblecke, Schußlaube, Rissle minnow (engl.), Spirlin (frz.)
Merkmale: |
Größe: 9-13 cm, max. bis 16 cm. Körperform: Der Schneider hat einen Körper, der gestreckt und seitlich abgeflacht ist. Flossen: Die Rückenflosse hat 10-11, die Afterflosse 18-20 Strahlen. Schuppen: Entlang der nach unten gebogenen Seitenlinie befinden sich 44-51 Schuppen. Färbung: Der Rücken ist blaugrün bis olivbraun gefärbt. Die Flanken sind heller und haben einen Messingglanz. Der Bauch ist weiß und silberglänzend, die Flossen gelblich bis hellgrau. Paarflossen und Afterflosse sind am Ansatz orange gefärbt. Die Seitenlinie ist oben und unten schwarz eingefaßt. Laichreife Tiere besitzen ein dunkelgraues Längsband oberhalb der Seitenlinie (TEROFAL 1984). |
Ökologische
Ansprüche: |
Er besiedelt bevorzugt klare, schnellfließende Bäche und kleine Flüsse mit Kiesgrund (Untere Forellenregion bis Barbenregion). Er findet sich auch in Höhenlagen bis 700 m über NN. Der Schneider lebt gesellig in tieferen Gewässerbereichen und ernährt sich vorwiegend von bodenlebenden Wirbellosen (Insektenlarven, Flohkrebse).
Die Laichzeit fällt in die Zeit von Mai - Juli. Insgesamt werden nur ca. 200 Eier/Weibchen portionsweise in stärkerer Strömung auf kiesigem Grund abgelegt. Die etwa 2 mm großen Eier kleben sehr fest am Substrat. |
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Der Schneider kommt in Mittel- und Osteuropa vor, fehlt jedoch südlich der Alpen und Pyrenäen sowie in Großbritannien, Dänemark und Skandinavien. |
Vorkommen in
Nordrhein-
Westfalen:
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Der Schneider war früher in Ems, Weser, Lippe, Ruhr, Bigge und Volme "durchweg als nicht selten" verbreitet (LANDOIS 1892). Anfang der 20iger Jahre kam die Art im Niederrhein noch häufig vor (BÜRGER 1926). Auch in der Sieg war sie weit verbreitet (WUNDSCH 19I5).
1991war nur eine Fundortangabe aus der Weser bekannt. Heute ist der Schneider, bis auf die Sieg, vermutlich nur aufgrund von Wiedereinbürgerungsprogrammen in NRW präsent. Die Schneiderpopulation in der Lenne setzt sich aus Individuen aus der Nister (Zufluß zur Sieg) zusammen, die dort im Rahmen eines Wiedereinbürgerungsprogramms angesiedelt wurden (KLINGER, SCHMIDT & STEINBERG (in Vorbereitung)). In anderen Bundesländern scheint die Art noch häufiger vorzukommen, so in Rheinland-Pfalz (SCHWEVERS u. ADAM 1991a u. b) und in Baden-Württemberg (BERG et al.1989). |
Gefährdung: |
Der Schneider zählt in Nordrhein-Westfalen zu den vom Aussterben bedrohten Arten (BRENNER u. STEINBERG 1986). Die Art stellt sehr hohe Ansprüche an die Gewässergüte und an die naturnahe Ausprägung der Biotope (SCHWEVERS u. ADAM 1991a). Die Ursachen für den starken Bestandsrückgang sind daher in früherer Gewässerverschmutzung, in Ausbau und Unterhaltungsmaßnahmen zu sehen. |
Literatur: |
BERG et al.1989, LANDOIS 1892, SCHWEVERS und ADAM 1991a u. b, TEROFAL 1984, WUNDSCH 1915 |
Quelle: Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen
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