Steinkrebs
Der Stein- oder Bachkrebs (Austropotamobius torrentium) ist eine heimische Art. Der Steinkrebs ist der kleinste europäische Krebs. Er ist durch die Krebspest gefährdet.
Wissenschaftlicher Name: Austro = Auster = Süden; potamo = Fluss; bius = bios = Leben und torrentium = Fluss, Tiefe.
Beschreibung
Größe
Die Art wird kaum größer als 9 bis 10 cm.
Nase (Rostrum)
Die Seiten sind glatt und vereinigen sich vorne zu einem gleichseitigen Dreieck. Stirnspitze nicht abgesetzt und im Vergleich zu den anderen Krebsarten sehr stumpf.(1) Kein Mittelkiel vorhanden.
Körper
Glatt, ohne Dornen und Höcker. Einteilige Augenleiste.(2) Hinter der Nackenfurche ist keine Bedornung erkennbar.(3) Zwischen der Nackenfurche und dem Auge, also am seitlichen Vorderkopf, sind keine Dornen oder Höcker vorhanden. Die Unterseite der Schuppe der zweiten Antenne besitzt einen sägezahnartig gezähnten Kamm.(4) Färbung i.d.R. braun bis oliv, kann aber von beige bis hellbraun variieren.
Scheren
Oberseite gekörnt. Unterseite hell, meist beige, in vereinzelten Fällen leicht orange, nie rot oder schmutzig braun. Ein Höcker am unbeweglichen Scherenfinger.
Geschlechtserkennung
Männchen mit kräftigeren Scheren
Lebensraum
Der Steinkrebs besiedelt kalte, auch sehr kleine Bäche oder hoch liegende kühle Seen. Das Gewässer muss mindestens 8 °C im Sommer erreichen. Sein Temperaturoptimum für diese Zeit liegt zwischen 14 – 18 °C, über 23 °C wird es für ihn kritisch. Gräbt kleine Höhlen unter Steinen, Wurzeln und totem Holz. Leidet unter dem Eintrag von Schwemmstoffen (meist durch landwirtschaftlich genutzte Flächen, die an ein Gewässer angrenzen) weil seine Wohnhöhlen mit Sediment angefüllt werden. Lebt auch in extremen Gebirgsbächen, außer in solchen mit großer Geschiebeführung bei Hochwasser. Reagiert empfindlich auf chemische Verschmutzung, besonders auf Insektizide. Ist aber auch gegenüber organischen Belastungen empfindlicher als der Edelkrebs.
Verbreitung
Das Hauptverbreitungsgebiet liegt im Alpenraum und angrenzenden Mittelgebirgen.
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Roter amerikanischer Sumpfkrebs
Der Rote amerikanische Sumpfkrebs oder Louisiana Sumpfkrebs (Procambarus clarkii) ist eine nichtheimische Art. Er ist Überträger der Krebspest, gegen die er selber immun ist. Bei kleinen, Tieren ist die Bestimmung schwieriger, weil sie oft eine unscheinbare graue Färbung zeigen.
Beschreibung
Größe
Kaum größer als 10 cm, maximal bis zu 15 cm.
Nase (Rostrum)
Zwischen den glatten Seiten der Basalteile, die sich vorne zu einer abgesetzten, kurzen und spitzen Stirnspitze vereinigen(1), ist die Fläche tief eingebuchtet.(2) Kein Mittelkiel vorhanden.
Körper
Auffallend ist die starke Bedornung (Körnung) des gesamten Panzers, die mittige Vereinigung der Rückenfurchen(3) und die einteilige Augenleiste. Färbung i.d.R. dunkelbraun bis schwarz, gelegentlich auch blau oder weiß. Die Übergänge zwischen den dunklen Hinterleibsringen sind lebhaft rot gefärbt, ebenso die Laufbeine.
Scheren
Geschwungen. Die dunkle Scherenoberseite ist mit vielen kräftigen, leuchtend rot gefärbten Dornen übersäht. Scherenunterseite leuchtend rot. Starker Dorn (Sporn)(4) an der Innenseite des Segments hinter der Schere. Zwei Höcker am unbeweglichen Scherenfinger.
Vermehrung
Im ursprünglichen Verbreitungsgebiet ein Sommerbrüter (während der Trockenzeit). Hier in Europa völlig umgestellt und zum Winterbrüter geworden. Bei hohen Temperaturen können mehrere Bruten pro Jahr stattfinden. Sind an keine Jahreszeit gebunden. Die Eier entwickeln sich bei 10° C ebenso wie bei 25°C! Das Weibchen trägt 150 - 200 Eier, etwa 3 - 4 Wochen.
Lebensraum
Lebt ursprünglich in Gewässern des Tieflandes, in Sümpfen und großen Strömen, auch in semipermanenten Gewässern! Hat geringste Ansprüche an Sauberkeit und Sauerstoffgehalt. Erträgt hohe Wassertemperaturen und auch Austrocknung der Gewässer. Gräbt sich dann bis in 5m Tiefe und komplexe Wohnhöhlen. Zerstört dadurch auch Dämme!
Verbreitung
Der rote amerikanische Sumpfkrebs stammt ursprünglich aus dem Süden der USA (Hauptgebiet Louisiana, zweiter deutscher Name) und wurde in Europa erstmals 1973 in Spanien ausgesetzt. Große Wanderfreude, auch übers Land. Man nahm an, dass diese Krebsart in Mittel- und Nordeuropa im Freiland nicht überleben kann. Dies hat sich leider nicht bewahrheitet. Es gibt bereits einige reproduzierende Populationen auch in Deutschland und der Schweiz. Diese Krebsart hat ein sehr aggressives Ausbreitungsverhalten.
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Signalkrebs
Junger Signalkrebs (Pacifastacus leniusculus). Das abgebildete Tier lebt in einem Aquarium.
(Dieses Bild basiert auf dem Bild
Signalkrebs.jpg aus der freien Enzyklopädie Wikipedia
und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
Der Urheber des Bildes ist
MdE.)
Der Signal- oder Bachkrebs (Pacifastacus leniusculus) ist keine heimische Art und somit als Neozoen eingestuft. Diese Krebsart ist ein Überträger der Krebspest, gegen die er selbst relativ resistent ist.
Beschreibung
Größe
17 cm, in Extremfällen bis zu 30 cm.
Nase (Rostrum)
Die Seiten sind glatt, verlaufen mehr oder weniger parallel und vereinigen sich in der Schulterregion.(1) Die Stirnspitze ist abgesetzt, lang und sehr spitz. Längs der Stirnspitze verläuft ein glatter Mittelkiel.
Körper
Glatt, ohne Dornen und Höcker. Zweiteilige Augenleiste.(2) Hinter der Nackenfurche sind keine Dornen oder Höcker vorhanden. Zwischen der Nackenfurche und dem Auge, also am seitlichen Vorderkopf, sind keine weiteren Dornen oder ausgeprägte Höcker ausgebildet. Färbung i.d.R. bläulich-braun bis rötlich-braun, kann aber zwischen hell- und dunkelbraun variieren. Der Rückenpanzer ist an der Spalte zum Hinterleibsansatz dunkel-schwarzgrün abgesetzt.(3)
Scheren
Kräftig, Ober- und Unterseite glatt und ungekörnt. Scherenunterseite lebhaft rot. Charakteristisch ist ein großer, weiß-türkisfarbener „Signal-Fleck“ im Bereich des Scherengelenkes (deutscher Name!).(4) Einfacher Höcker (kleiner Knoten) am unbeweglichen Scherenfinger.
Geschlechtserkennung
gekochter Signalkrebs (Pacifastacus leniusculus)Ist 12 cm (Weibchen) bis über 16 cm (Männchen) lang. Gewicht von 80 g (Weibchen) bis 200 g (Männchen).
Lebensraum
Lebt hier bei uns in Gewässern, die früher vom Edelkrebs besiedelt wurden. Hat ähnliche Ansprüche wie dieser, lebt in Fließ- und Stillgewässern. Erträgt etwas höhere Temperaturen als der Edelkrebs (mehr als 25°C). Gräbt sich Wohnhöhlen. Diese werden in den Uferböschungen angelegt oder aber unter Steinen und Wurzeln. Große Exemplare gehen in großen Gewässern oft ins Tiefenwasser und verbringen dort den Tag, ohne einen Unterschlupf aufzusuchen. Höhere Toleranz gegenüber chemischer und organischer Verschmutzung der Gewässer als unsere heimischen Krebse.
Verbreitung
In den 1960er Jahren von der Pazifikküste der USA nach Europa importiert. Derzeit rasante Ausbreitung in Fließgewässern unter Verdrängung des Edelkrebses. In weiten Teilen Europas kommt der Signalkrebs nur punktuell vor, in Skandinavien, Großbritannien und Teilen Österreichs liegen vereinzelt dichtere Verbreitungen vor.
Quelle: Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Signalkrebs aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der
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