vom Aussterben bedroht!
Lateinischer Name: Rhodeus sericeus amarus [BLOCH]
Weitere Namen: Bitterfisch, Schneiderkarpfen, Bitterling (engl.), Bouvière (frz.), Petènse (frz.)
Merkmale: |
Größe: 5-6 cm, max. 9 cm. Körperform: Der Körper des Bitterling ist hochrückig und seitlich abgeflacht geformt. Flossen: Die Afterflosse hat 11-13, die Rückenflosse 12-13 Strahlen. Schuppen: In einer Längsreihe liegen jeweils 34-38 große Schuppen. Die Seitenlinie erstreckt sich nur über 5-6 Schuppen. Färbung: Der Rücken ist graugrün bis schwärzlich gefärbt. Die Flanken sind heller und glänzen silbern. Eine blaugrün schimmernde Längsbinde zieht sich von der Seitenmitte bis zur Schwanzflosse. Der Bauch ist weiß und schimmert rosa. Während der Laichzeit färben sich Kehle, Brust und vorderer Bauch des Männchens rot. Rücken und Hinterkörper schimmern dann bläulichgrün (TEROFAL 1984).
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Ökologische
Ansprüche: |
Der Bitterling lebt schwarmweise sowohl in kleinen stehenden (Teiche, Seen, Altarme) als auch in langsam fließenden Gewässern mit sandigem oder schlammigem Untergrund. Hier besiedelt er bevorzugt die pflanzenreichen Uferzonen. Er kommt nur in Vergesellschaftung mit Teich- oder Flußmuscheln der Gattungen Anodonta und Unio vor.
Er ernährt sich vorwiegend von pflanzlichem Material, aber auch von kleinen Wirbellosen (Würmer, Kleinkrebse, Insektenlarven).
Zur Laichzeit (April - Juni) sucht sich das nun prächtig bunt gefärbte Männchen eine Muschel aus, die es gegenüber anderen Rivalen verteidigt. Es führt ein Weibchen, dem eine Legeröhre gewachsen ist, an diese Muschel und veranlaßt es, Eier in den Kiemenraum der Muschel abzulegen, um sie dann zu besamen. Der Laichvorgang wiederholt sich mehrmals, auch mit verschiedenen Partnern. Insgesamt werden pro Weibchen höchstens 40 -100 Eier in verschiedene Muscheln abgelegt.
Bis zum Verzehr des Dottersackes verbleiben die Larven geschützt im Kiemenraum der Muscheln und werden erst als ca. 1 cm lange, schwimmfähige Jungfische ausgestoßen.
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Der Bitterling ist in fast ganz Mittel- und Osteuropa nördlich der Alpen verbreitet. Er fehlt jedoch auf den Britischen Inseln und in Skandinavien.
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Vorkommen in
Nordrhein-
Westfalen:
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Die Verbreitung des Bitterlings war im wesentlichen auf geeignete Gewässer der Niederung beschränkt. Im Mittelgebirge fehlte er völlig (LANDOIS 1892). Im Niederrhein war er dagegen häufiger (BÜRGER 1926).
1991 konnte der Bitterling in Fließgewässern einmal, in stehenden Gewässern 17 mal nachgewiesen werden. Letztere Vorkommen sind alle in den letzten Jahren von der Landesanstalt für Fischerei NRW begründet worden. Angaben über den aktuellen Stand der Verbreitung des Bitterlings in NRW sind in Vorbereitung.
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Gefährdung: |
Der Bitterling zählt in Nordrhein-Westfalen zu den vom Aussterben bedrohte Fischarten. Die Gründe hierfür sind in dem Verschwinden vieler geeigneter Biotope (z. B. Beseitigung von Altarmen; Verfüllung von Kleingewässern) für den Bitterling zu sehen. Außerdem hängt die Vermehrung dieser Art absolut vom Vorkommen von Großmuscheln ab. Da diese – als Filtrierer - besonders anfällig auf Verschmutzung reagieren und in ihren Beständen stark rückläufig waren, erklärt sich hierdurch auch die Bestandsgefährdung des Bitterlings.
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Literatur: BÜRGER 1926, LANDOIS 1892, TEROFAL 1984
Quelle:
Ministerium für Umwelt und Naturschutz,
Landwirtschaft und Verbraucherschutz
des Landes Nordrhein-Westfalen
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